Messungen akustischer Anlagen (Sounddesign)

Gerne helfe ich Ihnen auch bei Klangproblemen mit Ihrer privaten Hifi-Anlage oder Ihrem Heimkino.

Was bedeutet 'Einmessen'?

Unter Einmessen verstehen wir die Korrektur akustischer Unzulänglichkeiten durch elektronische Mittel. In jedem Raum gibt es eine Vielzahl von Reflexionen, die in den meisten Fällen in unangenehmen Resonanzen münden. Dies ist besonders bei parallelen Wänden der Fall. Die Schallwellen werden quasi immer wieder hin-und hergeworfen. Jeder kennt das unangenehme Dröhnen mancher Räume. Die Sprachverständlichkeit nimmt drastisch ab und jeder Musik-"Genuss" ist von vornherein ausgeschlossen. Wie kann man das Problem angehen? An erster Stelle sollte immer eine Schalldämmung/Dämpfung des Raumes stehen. Dadurch kann die Anzahl der Reflexionen verringert werden. Methoden sind das Anbringen auf der Wand von Schrägen (Trockenbau) um sich gegenüberstehende, parallele Wände und Decken/Boden zu vermeiden. Auch ist ein quadratischer Grundriss des Raumes keine gute Idee. Besser sind Verhältnisse von 4/3 oder 3/2. Da hier immer bauliche Maßnahmen erforderlich sind - was vielfach nicht möglich ist - muss man oft "damit leben". Auf jeden Fall sollte aber eine schlaue Dämpfung des Innenraumes vorhanden sein. Eine Dämpfung (Verringerung der Reflexionszeit - auch Hallzeit genannt) kann durch schallschluckende Elemente erreicht werden. Es gibt hierfür eine Vielzahl von Methoden; vom professionellen Schaumstoffkegeln über Lamellen, Wandteppiche bis zum dicken Vorhang.

Wenn nun ein Raum soweit vorbereitet ist, geht es daran, die Position der Lautsprecher festzulegen. Egal wie optimal man sie platziert und wie "gut" sie sind (Beides ist wichtig). Der beste Lautsprecher weiß nichts über den Raum. Wir müssen ihm den Raum "erklären". Das Ziel ist, dass alle Töne (tief oder hoch, oder direkt nebeneinanderliegend) gleich laut und zur gleichen Zeit am Hörerplatz ankommen. Dazu benötigt man ein "Korrekturglied", womit es möglich wird, eine Vielzahl von Frequenzen (Tönen) ganz engmaschig an den Raum anzupassen. Damit wir wissen, wo die Fehler liegen, messen wir mittels Mikrofon und Software. Die Korrektur geschieht mittels vieler digitaler Filter in einem sogenannten "Controller". Ist eine Anlage richtig eingemessen, wird Sie der A/B-Vergleich umhauen. Sie können Musik dann so hören, wie sie produziert wurde.

Einmessen von PA-Anlagen / Heimanlagen / Heimkino

Meine über 30 Jahre Erfahrung im professionellen Beschallungsbereich erlaubt es mir, auch schwierige Beschallungsaufgaben zu lösen. So messe ich seit über 10 Jahren fast jede Anlage vor Benutzung ein. Es gibt unter uns Sounddesignern unterschiedliche Auffassungen über den Sinn Anlagen einzumessen. Viele Kollegen sind der Meinung man solle das weiterhin "nach Gehör" machen. Jeder von uns hat im Laufe seiner Tätigkeit eine Art 31-Band Rastergehör entwickelt, das ihm erlaubt, grobe Fehler auch grob zu korrigieren. Wir unterscheiden dann, ob wir bsp. 400Hz oder 500Hz wegnehmen. Es wird mir aber niemand erzählen, dass er hört, ob sich der Peak (die zu laute Resonanz) bei 430 oder 438 befindet und wie steil die Kurve ist, also welche Töne nebenan noch betroffen sind. Nehmen wir also nun die 400 oder die 500 weg? Egal was wir tun, das Ergebnis wird es nicht besser machen, sondern mehr Löcher reißen.

Nein, wir müssen genau wissen, was passiert. Wir sollten hier wissenschaftlich denken, nicht esotherisch. Mit Messequipment und Controller können wir ganz genau das Problem lokalisieren und beheben. Der Erfolg ist deutlich hörbar! Es steht ja danach dennoch jedem frei, sich seinen Sound persönlich zu gestalten. Wenn Sie gerne mehr Höhen haben, dann können Sie sie immer noch hinzufügen, aber Sie haben darunter ein Fundament, was stimmt und funktioniert.

Schallpegelmessungen

Ich führe bei jeder Veranstaltung auch Schallpegelmessungen nach DIN15905-5 durch. Messeinrichtung wie Mikrofon, Kalibrator und Software werden von mir mitgebracht. Beachten Sie, dass die Messung 30 min vor dem Konzert starten muss und noch weitere 30min nach dem Konzert erfassen muss. Aus rechtlicher Sicht ist eine Messung auf jeden Fall empfehlenswert. Bei Veranstaltungen darf der mittlere Schallpegel in 30-Minuten-Tranchen 99dbA nicht überschreiten.

 

Sounddesign Frank Schattle

Mein erstes Konzert, was ich soundtechnisch betreut habe war Fasching 1983. Mischpult war ein Studiomaster RSD 32 :-) Ich hatte mit einer Endstufe zu tun, die bei Clipping einfach abgeschaltet hat. Das wäre nicht so schlimm gewesen, hätte sie denn die angegebenen 150W geschafft. So bin ich an diesem Abend gefühlte 100 mal zur Bühne gerannt um die Endstufe zu "resetten".

Ansichten und Erfahrungen

Als Freiberufler im Haupberuf bekommt man so in den 30 Jahren einiges "zu hören" und hat mit Profis, wie auch mit Amateuren zu tun. Kein Geheimnis dürfte sein, dass ich seit 1989 Sounddesigner von Chorwurm bin, dem bekannten Show&Sound-Ensemble aus dem Saarland. Ich bin aber nicht derjenige der sich gerne mit "großen Referenzen" schmückt. Ja ich habe sogar die Erfahrung gemacht, dass es sehr viel schwieriger ist eine "Amateur-Band" oder "Amateur-Ensemble" gut abzumischen, als eine Profi-Band, die seit ettlichen Jahren durch die größten Hallen der Welt tourt. Und weiter habe ich es auch erlebt dass eine Profi-Band einen absoluten Technik-Anfänger mit zu Konzert geschleppt hatte, der noch nicht einmal in der Lage war einen Soundcheck zu machen. Dem Spruch "Profis engagieren keinen Amateur" kann ich also auch nicht uneingeschränkt zustimmen. In so fern zählen für mich Referenzen nicht. Der Sounddesigner ist das Werkzeug. So meine Ansicht zum Beruf.

Vorzüge

Meine Vorzüge liegen im Bereich POP, Rock, Musical. Ich mag "großen Sound" großer Ensembles mit viel Chor und vielen Instrumenten. Auf der anderen Seite auch gerne kleine, rein akustische Besetzungen "less plugged". Harter Rock wie Death-Metal oder laute Bands liegen mir nicht - das mögen sich jüngere Techniker antun ;-) Galas und niedrige Lautstärken sind für mich dagegen kein Problem wenn die Bühne mitmacht. Simple Sprachbeschallungen wie Konferenzen oder Simultandolmetscher gehören natürlich auch zum Arbeitsfeld.

Erfahrungen

Angefangen habe ich mit Top-40 Bands hier im Saarland. Auch war ich lange Jahre für diverse Bands in Luxemburg tätig. Daneben war ich in den 90ern auch auf Tour mit Musical-Ensembles oder Bands. Viele spezielle Projekte, Installationen, Livemitschnitte und Jahre der Studioarbeit runden das Portfolio ab.

Technische Ausbildung

Ich bin kein Veranstaltungstechniker. Ganz einfach aus dem Grund, da es diesen Beruf zu "meiner Zeit" noch gar nicht gab. Ich könnte zwar jetzt direkt den Veranstaltungsmeister machen, aber dazu fehlt mir eigentlich die Lust im Geldbeutel. Viele meiner Weggefährten sitzen in den Prüfungsauschüssen für Veranstaltungstechniker. Wir mussten eigentlich damals alles aus Büchern, Seminaren und Praxis beziehen. Ich habe ein sehr gutes Grundwissen, was Wellenausbreitung, Schallwandler usw... betrifft.

Musikalische Ausbildung

Ich habe eine Ausbildung am Klavier, sowie Musiktheorie und Gehörbildung, kann Noten lesen und denke, dass ich ein gutes Händchen habe um musikalische Dramaturgie technisch korrekt umzusetzen. Ich sehe mich oft als "Interface" zwischen den musikalischen Ansprüchen des MD (musikalischer Leiter) und den technischen Anforderungen, die die Musik vorgibt. Meine Herangehensweise an ein Projekt ist dabei also eher von der musikalischen Seite zu sehen. Mich interessiert nicht was ein Mischpult oder sonstige Komponenten können, wenn es der Musik nichts nützt. Anders herum gesagt verlange ich von einer Anlage, dass sie meiner Arbeitsweise entspricht.
Ein schöner Spruch aus der Eröffnungsrede einer Tonmeistertagung ist mir im Gedächtnis geblieben: "Sie (der Sounddesigner) arbeiten nicht für ihren Auftraggeber. Sie arbeiten auch nicht für irgend eine andere Firma. Sie arbeiten noch nicht einmal für die, die gerade vor Ihnen auf der Bühne stehen... Nein - Sie arbeiten für die Musik ! ". Ich möchte hinzufügen, dass dies natürlich eine idealisierte Sicht ist. Selbstverständlich ist man auch als Sounddesigner abhängig von den Wünschen (und Nöten) des Veranstalters, der Beschallungsfirma und vielen anderen. Vieles lässt sich jedoch bei einer Vorbesprechung gut miteinander vereinen.